Rund 70 Genossenschaftswohnungen sollen im rund 12'700 Quadratmeter grossen Weesner Projektgebiet «im Moos» entstehen

Die Mitglieder der Baugenossenschaft Glarus gaben grünes Licht für den Baurechtsvertrag mit der Ortsgemeinde Weesen für das Gebiet «im Moos» und den Planungsstart für 70 Wohnungen.

An der Generalversammlung der Baugenossenschaft Glarus begeisterten sich die Genossenschafterinnen und Genossenschafter für die Projektidee einer Überbauung in Weesen. Sie erteilten dem Vorstand den Auftrag zur Detailplanung sowie zum Abschluss eines Baurechtsvertrags für das Gebiet «im Moos» mit der Ortsgemeinde Weesen.

Baukostenschätzung bei 46,1 Millionen Franken

Das Projektgebiet umfasst rund 12'700 Quadratmeter. Die aktuell approximativ geschätzten Baukosten belaufen sich auf rund 46,1 Millionen Franken. Mit dem Entscheid der Generalversammlung kann nun die vertiefte Ausarbeitung des Projekts inklusive Finanzierung in Angriff genommen werden. Ziel ist es, den Genossenschafterinnen und Genossenschaftern an der nächsten ordentlichen oder – falls erforderlich – an einer ausserordentlichen Generalversammlung die konkreten Entscheidungsgrundlagen und einen Kreditantrag zur Realisierung der geplanten Überbauung vorzulegen.

Mit diesem klaren Entscheid stellt die Baugenossenschaft die Weichen für eine nachhaltige Weiterentwicklung und die Schaffung von weiterem, dringend benötigtem Wohnraum in der Region Weesen.

Fünf Millionen Franken Eigenkapital für erste Etappe

Für die erste Etappe des Projekts wird ein Eigenkapitalbedarf von rund fünf Millionen Franken erwartet. Die bestehenden Mitglieder erhalten die Möglichkeit, zusätzliche Anteilscheine zu zeichnen. Gleichzeitig sind auch neue Mitglieder eingeladen, sich an der Weiterentwicklung der Genossenschaft zu beteiligen.

Genossenschaftlicher versus sozialer Wohnbau

Zur Präzisierung und Vermeidung allfälliger Missverständnisse: Genossenschaftlicher Wohnraum wird oft mit sozialem Wohnungsbau verwechselt, unterscheidet sich davon jedoch grundlegend. Bei einer Wohnbaugenossenschaft stehen nicht Gewinnmaximierung oder kurzfristige Renditen im Vordergrund, sondern langfristig stabile und faire Wohnkosten für die Mitglieder. Die Bewohnerinnen und Bewohner beteiligen sich über Anteilscheine am Eigenkapital der Genossenschaft und sind damit gleichzeitig Mitträger der Organisation. Allfällige Überschüsse werden in der Regel wieder in den Unterhalt, in Sanierungen oder in neue Wohnprojekte investiert.

Im Gegensatz zum klassischen sozialen Wohnungsbau richtet sich genossenschaftlicher Wohnraum nicht ausschliesslich an einkommensschwache Personen oder bestimmte soziale Gruppen. Vielmehr entsteht Wohnraum für breite Bevölkerungsschichten – etwa für Familien, Berufstätige, Seniorinnen und Senioren oder junge Erwachsene –, mit dem Ziel, langfristig qualitativ guten und bezahlbaren Wohnraum anzubieten.

Wohnbaugenossenschaften verfolgen damit einen nachhaltigen und generationenübergreifenden Ansatz: Sie schaffen Wohnraum, der sich an den tatsächlichen Bedürfnissen der Bevölkerung orientiert und zugleich dem lokalen Wohnungsmarkt langfristig erhalten bleibt.